Nicht die Mitarbeiter
machen die Wirtschaft krank
Die Trendstudie Mittelstand 2025 zeigt:
70% der Führung verpufft aufgrund von Entscheidungslosigkeit
und die Mitarbeiter zahlen den Preis
Köln, 10. Februar 2026:
Viele Unternehmen erleben derzeit ein Paradoxon: Voll besetzte Teams, hohe Belastung, aber zu wenig wirtschaftliche Wirkung. Gleichzeitig prägen steigende Krankenstände und Debatten über sinkende Leistungsbereitschaft die öffentliche Diskussion. Die vorliegende Trendstudie ordnet diese Entwicklung neu ein.
Die Trendstudie Mittelstand 2025 basiert auf der Auswertung von 160 mittelständischen Unternehmen und führt zu einem klaren Ergebnis:
Die wirtschaftlichen Herausforderungen des Mittelstands lassen sich nur selten auf einzelne Mitarbeiter zurückführen. Häufiger liegen die Ursachen in Führungssystemen, deren Wirkung im Alltag über Jahre hinweg nachgelassen hat.
Die Studie zeigt, dass Produktivitätsverluste, Effizienzeinbußen und steigende Fehlzeiten überwiegend strukturelle Ursachen haben. In den untersuchten Organisationen gehen dadurch durchschnittlich 18 bis 25 Prozent der operativen Wertschöpfung verloren.
„Es greift zu kurz, wirtschaftliche Probleme allein mit Krankenständen oder fehlender Motivation zu erklären. Unsere Studie zeigt, dass Führungssysteme im Alltag schrittweise an Wirkung verlieren, oft unbemerkt, aber mit messbaren Folgen.“ Peer Bieber, Geschäftsführer ArbeitgeberGold
Entscheidungslosigkeit kostet mehr als fehlende Digitalisierung
Der größte Produktivitätsverlust entsteht nicht durch mangelnde Technik oder zu geringe Investitionen, sondern durch fehlende Entscheidungswirkung.
63 Prozent der untersuchten Unternehmen benennen verzögerte oder nicht getroffene Entscheidungen als ihr größtes internes Effizienzhemmnis. Der daraus resultierende Verlust liegt bei 18 bis 25 Prozent der operativen Wertschöpfung.
Ursächlich sind unklare Verantwortlichkeiten, Mehrfachabstimmungen, fehlende Priorisierung sowie Führung ohne verbindlichen Entscheidungsrahmen. Entscheidungen werden vorbereitet, diskutiert und vertagt, aber selten konsequent getroffen. Die Folge sind Wartezeiten, Reibungsverluste und operative Blockaden. Digitalisierung kann diese Defizite nicht kompensieren. In vielen Fällen werden ineffiziente Entscheidungsprozesse lediglich digital abgebildet und dadurch weiter verfestigt.
„Wenn bis zu ein Viertel der Leistung allein durch Entscheidungslosigkeit verloren geht, dann ist das kein Motivationsproblem. Das ist ein Führungsproblem.“ Peer Bieber, Geschäftsführer ArbeitgeberGold
Warum Führungstrainings kaum Wirkung entfalten
Vor diesem Hintergrund erklärt sich ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie.
Klassische Führungstrainings und Coachingprogramme entfalten nur selten eine messbare Wirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen. In über 70 Prozent der analysierten Organisationen ließen sich nach Trainingsmaßnahmen keine nachhaltigen Verbesserungen bei Produktivität oder Effizienz feststellen. Die durchschnittliche messbare Wirkung lag bei unter zwei Prozent.
Der Grund liegt nicht in der Qualität der Programme, sondern in den strukturellen Rahmenbedingungen. Führung wird trainiert, ist im Alltag jedoch häufig strukturbedingt blockiert.
Die Studie entlastet die Beschäftigten ausdrücklich
Die Ergebnisse zeigen, dass wirtschaftliche Schwäche meist nicht durch mangelnden Einsatz, fehlende Motivation oder unzureichende Qualifikation der Mitarbeiter entsteht. Beschäftigte arbeiten vielfach in Organisationsstrukturen, die Überlastung, Ineffizienz und Reibungsverluste systematisch erzeugen.
Fehlzeiten sind in diesem Kontext weniger individuelles Verhalten als Symptom fehlender Führungswirkung. Unternehmen mit klaren Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen weisen signifikant niedrigere Fehlzeiten auf als vergleichbare Organisationen mit schwacher Führungswirksamkeit.
„Die Studie entlastet die Beschäftigten ausdrücklich. Das Problem ist nicht fehlender Einsatz, sondern Strukturen, in denen Verantwortung verteilt wird, ohne wirksam zu werden.“
Peer Bieber, Geschäftsführer ArbeitgeberGold
Verantwortung liegt in Führungs- und Managementstrukturen
Die Ursachen dieser Entwicklung liegen nicht auf Mitarbeiterebene, sondern in Führungs- und Managemententscheidungen, deren Wirkung sich über Jahre hinweg abgeschwächt hat. In vielen Organisationen zeigen sich dabei ähnliche Muster:
- Verantwortung wird formal verteilt, ohne im Alltag verbindlich verankert zu sein
- Entscheidungen werden vorbereitet und moderiert, aber nicht konsequent getroffen
- Führung wird vermittelt, ohne strukturell wirksam organisiert zu sein
Wer über Krankenstände, Produktivität und Leistungsfähigkeit spricht, sollte daher den Blick auf Führungswirkung, Entscheidungsstrukturen und organisatorische Rahmenbedingungen richten. Nur dort lassen sich Ursachen nachhaltig adressieren.
Einordnung der Ergebnisse
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mittelstands lässt sich nur begrenzt durch zusätzliche Programme, Trainings oder Appelle beeinflussen. Entscheidend sind klare Führungsrahmen, verbindliche Entscheidungsräume und Verantwortung, die im Alltag wirksam gelebt wird.
Die deutsche Wirtschaft steht weniger vor einem „Gesundheitsproblem“ als vor der Aufgabe, über Jahre gewachsene Strukturen wieder wirksam zu organisieren.
Zur Studie
Die Trendstudie Mittelstand 2025 basiert auf der Auswertung von 160 mittelständischen Unternehmen mit 250 bis 5.000 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Branchen. Analysiert wurden Führungsstrukturen, Entscheidungslogiken, Effizienzverluste sowie der Zusammenhang zwischen Organisation, Produktivität und Fehlzeiten. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich vom dritten Quartal 2024 bis zum vierten Quartal 2025.
Über die ArbeitgeberGold GmbH
Die ArbeitgeberGold GmbH berät seit 2010 mittelständische Unternehmen sowie öffentliche Verwaltungen in ganz Deutschland zu strategischen Fragen rund um Führung, Organisation und Personal. Der Fokus liegt auf der Analyse und Weiterentwicklung von Führungs- und Entscheidungsstrukturen, der Gestaltung leistungsfähiger HR-Systeme sowie der Steigerung von Personaleffizienz.
ArbeitgeberGold verbindet analytische Tiefe mit praxisnaher Umsetzung. Die Beratung richtet sich auf strukturelle Ursachen von Ineffizienz und zielt auf dauerhaft wirksame Veränderungen im operativen Alltag. Ziel ist es, Organisationen handlungsfähiger zu machen, Verantwortung klar zu verorten und nachhaltige Wirkung im operativen Alltag zu erzielen.
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